5. Luzerner Agrarrechtstage: 10./11. Juni 2016

Wolf und Herdenschutz als rechtliche Herausforderung

Die 5. Luzerner Agrarrechtstage widmen sich dem Thema Wolf und Herdenschutz aus rechtlicher Sicht. Nach Ausrottung des Wolfs (Canis lupus) im Mitteleuropa des 18. und 19. Jhs. wurde das Tier im letzten Drittel des 20. Jhs. vielerorts unter Schutz gestellt. Die Vertragsstaaten der Berner Konvention schützten den Wolf 1979 im Anhang II, überdies ist er seit der Totalrevision des eidgenössischen Jagdgesetzes von 1986 eine geschützte Art. Heute weist die Schweiz einen Wolfbestand von rund 25 bis 30 Wölfen auf. Im Durchschnitt der letzten Jahre wurden rund 160 Nutztiere pro Jahr vom Wolf gerissen, vorwiegend Schafe (90 %) und Ziegen (7 %) in ungeschützten Herden (93 %).

Insbesondere diese Konflikte über die Frage der Wildschäden sind Gegenstand der Beratungen der Tagung. Ausgangspunkt sind fachliche Einführungen zur Thematik Wolf und Herdenschutz sowie der Status des Wolfs im internationalen Recht (Berner Konvention und die schweizerischen Versuche, den Schutzstatus zu senken). Danach werden die schweizerischen Rahmenbedingungen beraten, angefangen von Art. 78 Abs. 4 und 79 BV bis hin zum Jagdgesetz sowie Natur- und Heimatschutzgesetz. Nach Rechtsfragen zum Herdenschutz und dem Anschauungsbeispiel Kanton Wallis sollen rechtsvergleichende Beiträge aus Bayern und Österreich neue Ansätze und Erkenntnisse vermitteln.

Juristen, Ökonomen und Ökologen sowie betroffene Landwirte und deren Vertreter aus der Schweiz, Deutschland und Österreich sind eingeladen, insbesondere folgende Fragen zu diskutieren: Schutzstatus, Regulierung der Wolfspopulation und Abschussregelungen (neuer Art. 4bis JSV), Einrichtung wolfsfreier Zonen, Herdenschutzkonzepte und Präventionsmassnahmen, Entschädigung von Wolfsschäden, Finanzierung der Herdenschutzmassnahmen. Zahlreiche Motionen und die öffentlichen Debatten bezeugen die grosse Relevanz und Aktualität des Themas.

5. LuART Flyer