
Wolf und Alpwirtschaft
Die starke Zunahme der Wolfspopulation in der Schweiz seit 1995 stellt die Alpwirtschaft vor sehr grosse Herausforderungen. Um ihre Nutztiere zu schützen, müssen die Älplerinnen und Älpler Herdenschutzmassnahmen umsetzen, die sehr arbeitsintensiv sind. In manchen Fällen führt der Herdenschutz auch zu Konflikten zwischen den verschiedenen Nutzergruppen, wenn beispielsweise Wandernde auf Herdenschutzhunde treffen. Auch fachgerecht umgesetzte Herdenschutzmassnahmen sind keine Garantie gegen Wolfsangriffe. Denn Wölfe sind sehr schlau und können das Umgehen von Herdenschutzmassnahmen erlernen. Auf gewissen Alpen sind ausserdem Herdenschutzmassnahmen aufgrund ihrer Lage nicht umsetzbar. Das Alppersonal steht bei Wolfspräsenz unter grossem Druck und ständiger psychischer Belastung.
Die Alpwirtschaft erbringt bedeutende gemeinwirtschaftliche Leistungen. Damit dies auch künftig möglich bleibt, und die Alpweiden weiterhin flächendeckend bewirtschaftet werden, fordert der SAV:
- eine konsequente und schnelle Regulation von Einzelwölfen und Rudeln mit problematischem Verhalten;
- eine Obergrenze von Rudeln pro Region;
- die vollständige Abgeltung aller Aufwände für den Herdenschutz;
- die Abgeltung aller getöteten und verletzten Nutztiere;
- eine gangbare Lösung für Alpen, auf denen aufgrund ihrer Lage die Umsetzung von Herdenschutzmassnahmen nicht zumutbar ist.