
Die Geschichte des SAV
1863 wurde in Olten der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verein gegründet (1995 erfolgte die Umbenennung in Schweizerischer Alpwirtschaftlicher Verband). Er ist somit einer der ältesten nationalen landwirtschaftlichen Verbände der Schweiz. Zu den treibenden Kräften der Gründung gehörten der Pfarrer Rudolf Schatzmann und der Agronom Joseph Schild, der zum ersten SAV-Präsidenten gewählt wurde.
Als indirekte Folge der Industrialisierung war die Alp- und Berglandwirtschaft Mitte des 19. Jahrhunderts zum wirtschaftlichen Sorgenkind der Schweiz geworden. Ziel des SAV war dementsprechend, durch Modernisierung der Alpwirtschaft die sozialen Bedingungen der Bergbevölkerung zu verbessern. Dieses Ziel versuchte er durch verschiedene Bildungsangebote, das Erstellen der ersten Alpstatistik sowie politische Interessenvertretung zu erreichen. Vieles hat sich seither verändert, die Kernaufgaben des SAV sind jedoch dieselben geblieben. Der Verband hat sich vom Verein der Gründerväter zu einem grossen Produzent:innen-Verband gemausert.
Die Alpwirtschaft hat in der Schweiz eine jahrhundertealte Tradition, die seit dem Spätmittelalter schriftlich belegt ist. Während der Sommermonate wurde das Vieh auf höher gelegene Weiden getrieben. So konnte zusätzliche Futterfläche generiert werden. Durch die standortangepasste Beweidung entstand in den Alpen und im Jura ein einzigartiger Kultur- und Wirtschaftsraum. Das dafür nötige Wissen und Können wurde von den Älplerinnen und Älplern von Generation zu Generation weitergegeben. Im Dezember 2023 wurde die Alpsaison in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen. Dieser Eintrag verdeutlicht den hohen Stellenwert der Alpwirtschaft für das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben in der Schweiz.
Weitere Informationen
- Archiv für Agrargeschichte: Schweizerischer Alpwirtschaftlicher Verband
- Jubiläumsschrift zum 150 jährigen Bestehen des SAV (2013)
- Artikel zur Geschichte der Alpwirtschaft im «Schweizer Bauer» (2024)
Zugang zum SAV-Archiv
Das Archiv des SAV befindet sich zurzeit im Archiv für Agrargeschichte (AfA), bevor es demnächst dem Bundesarchiv übergeben werden wird. Anfragen zur Akteneinsicht sind direkt ans AfA zu stellen.
Die Jahresberichte des SAV von 1960 bis aktuell sowie sämtliche Ausgaben der SAV-Zeitschrift „Schweizerische Alpwirtschaftliche Monatsblätter“ bzw. „Die Blaue“ können in der Geschäftsstelle eingesehen werden.