Jungvieh Alp GL

Jagdgesetz: DIE Chance für die Alpwirtschaft

Die Rückkehr der Wölfe ist eine existenzielle Bedrohung für die Alpwirtschaft. Die Anzahl der Wölfe nimmt aufgrund der natürlichen Begebenheiten exponentiell zu (2018: 48; 2019: 80)*. Der Wolf ist schlau und entwickelt sein Verhalten je nach Gegebenheiten. In Deutschland sind bereits Rindtiere gerissen worden. Eine massvolle Regulierungsmöglichkeit ist nötig, um die Bewirtschaftung der Sömmerungsgebiete nicht zu gefährden.

Die schnelle Rückkehr des Wolfes stellt die Schweiz vor immer grösser werdende Herausforderungen. Seine Anwesenheit bereitete bisher besonders der Alp- und Landwirtschaft Sorgen. Je länger je mehr sind aber auch städtische und touristische Gebiete konfrontiert.

Wolf – Gefahr für Alpen, aber auch Siedlungs- und Erholungsraum

Die Erfahrung zeigt: Auch die beste Ausbildung der Tierhalter und Herdenschutzmassnahmen können Angriffe und Risse nicht verhindern. Der Wolf lernt zudem, dass er akzeptiert wird, und verliert die Angst vor Siedlungsräumen. Das zeigte sich z.B. im Fall des Wolfes im Raum St. Gallen und Thurgau, der sich im Siedlungsgebiet bewegte und in Ställe eindrang. Haben Freizeit- oder Nutztiere einen Wolfsangriff erlebt, werden sie schreckhaft und aggressiv – auch gegenüber Menschen. Ein weiteres Problem sind die Herdenschutzhunde, welche eine Herde bewachen: Viele Wanderer oder Biker verzichten nach einer angsteinflössenden Begegnung mit einem Schutzhund auf die Benutzung bestimmter Wege oder Gebiete.

Bedrängte Älpler

Drei Gründe führen bei starkem Wolfsdruck zur Aufgabe von Alpen:

  • Der Herdenschutz nach den aktuellsten Empfehlungen ist aufgrund der topografischen Situation auf Alpen nicht umsetzbar.
  • Die psychische Belastung der Älpler ist zu hoch, wenn die ihnen anvertrauten Tiere unter der ständigen Beobachtung und Bedrohung der Wölfe stehen. Alppersonal springt regelmässig ab oder es kann keines gefunden werden.
  • Die Tierbesitzer verzichten auf eine Alpung, weil sie Angst vor Verlusten haben (wirtschaftlich und emotional), oder weil die Tiere verängstigt und aggressiv werden.

Massvolle Regulierung nötig für Koexistenz

Die Revision des Jagdgesetzes, über welches am 17. Mai abgestimmt wird, gibt die Möglichkeit, Wölfe massvoll zu regulieren. Eine Ausrottung ist mit diesem Gesetz nicht möglich oder vorgesehen. Wird die Revision des Jagdgesetzes abgelehnt, so muss mit einem dramatischen Rückgang der Sömmerung gerechnet werden. Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) appelliert deshalb an die Bevölkerung, für eine regionale, naturnahe Produktion einzustehen und am 17. Mai ein Ja in die Urne zu legen.

Auskünfte:

  • Erich von Siebenthal, Präsident SAV und Nationalrat, Tel: 078 856 12 40
  • Töni Gujan, Vorstandsmitglied SAV und Alpwirtschaftsberater GR, Tel: 079 417 38 63

Fotos zum Herunterladen: https://photos.app.goo.gl/7tMRssdnveFPy8CJA

Legende: Ein Ja zur Revision des Jagdgesetzes am 17. Mai ist für den Erhalt der Alpwirtschaft dringend notwendig. Ansonsten ist eine der traditionellsten und naturnahsten Produktionsweisen in der Schweiz bedroht: die Alpwirtschaft. Quelle: SAV

*Zahl wurde korrigiert, gemäss Angaben Bund,Stand Ende 2019: ca. 80 Wölfe
Stand 19. Dez 2018: 48 Tiere, Oktober 2019: 64 Tiere: Quelle: Kora  

 

Erklärung: die Bedeutung der Alpwirtschaft für die Schweiz
Das Sömmerungsgebiet macht rund ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen der Schweiz aus. Deren Bewirtschaftung (Alpwirtschaft) ist für die Schweiz zentral: Für das touristisch geschätzte Landschaftsbild, für eine höhere Biodiversität und für den Erhalt der Lebensgrundlagen. Die Alpwirtschaft produziert naturnah, transparent und mit viel Freiheit für die Tiere. Die alpwirtschaftliche Produktion ist ein Kulturerbe, welches traditionelles Handwerk mit Innovation verbindet.